So hat es begonnen
 
Klaus Reiter, Gründer der Reitergruppe Kobernaußen, kann über die Entstehung folgendes erzählen:
 
Dass es in Kobernaußen überhaupt eine Reitergruppe gibt, ist eigentlich einem Mädchen zu verdanken, dass ich 1961 beim Schifahren auf dem Hochficht kennengelernt hatte. Bis dorthin hatte ich als „Schuilmoastersohn“ von Kobernaußen nie ans Reiten gedacht. Das Mädchen, meine spätere Frau war eine begeisterte Reiterin in Wels und hatte auch in mir die Liebe zum Pferd geweckt.
Um selbst auch in Kobernaußen reiten zu können – ich war dort bis 1963 zuhause – reifte in mir der Plan, eine Reitergruppe mit Norikerpferden ins Leben zu rufen und ich fand bei diesem Vorhaben in Georg Feitzinger, Wirt in Kobernaußen, der damals 16 Jahre alt war, einen Helfer mit Feuer und Flamme. Selbst die Bauern der Umgebung zeigten als echte Pferdeliebhaber große Zustimmung für unser Vorhaben. Auf jedem Hof wurde zu jener Zeit neben einem Traktor noch Pferde gebraucht.
Wir konnten Martin Mayer „Rieplbauer“ als Obmann des entstehenden Vereins gewinnen. Auf so manchem Bauernhofdachboden stöberten wir Militärsättel aus dem zweiten Weltkrieg auf, die uns das Reiten erst ermöglichten. Bald waren wir eine Gruppe von 8 Reitern. Als Reitlehrer konnte ich den Gemeindesekretär Böhm aus Neuhofen gewinnen. Er war im Zweiten Weltkrieg Major bei einer berittenen Einheit. Major Böhm kam unentgeltlich zu den Reitstunden nach Kobernaußen und in seiner gewinnenden Art war er uns ein wertvoller, geliebter Reitlehrer. Die ersten gemeinsamen Reitstunden hielten wir südlich von Stelzen im Tal auf einer ebenen Wiese, die uns Bauer „Hospatl“ als Übungsplatz angeboten hatte. Wir begannen mit großer Freude die Reitquadrillen zu erlernen. Doch es kam bald zu einem Fiasko, denn unter den Pferden waren auch drei Hengste dabei, die ganz anderes im Sinne hatten, als sich dem Kommando unseres Reitlehrers zu fügen. Sie mussten rasch kastriert werden. Der Reitplatz auf der „Hospatlwiese“ erwies sich wegen des weichen Bodens und der großen Bremsenplage im feuchten Tal als ungünstig.
In der ehemaligen Ottner-Schottergrube fanden wir einen hervorragenden Ersatz. Sie wurde zu unserer „Felsenreitschule“, von der aber heute nichts mehr zu sehen ist. Vom Fachverband für ländliches Reiten und Fahren erhielten wir unsere erste Tracht, die uns Schneidermeister Pichler aus Lohnsburg anfertigte. Als im Jahre 1962 die offizelle Gründung stattfand, konnten wir bereits in der „Felsenreitschule“ eine schöne Vorführung bieten.